VORSICHT - EMOTIONEN - VORSICHT - EMOTIONEN - VORSICHT
Nein. Ich bin kein Jammerblog.
Nein. Ich habe nicht vor ein Jammerblog werden.
Nein. Ich heiße es eigentlich nicht gut Beziehungskladeradatsch öffentlich breitzutreten.
Andererseits. Manchmal braucht man ein Ventil.
Andererseits. Bin ich nicht nur Kosmetik und Kleidung.
Andererseits. Habe ich Gefühle und Gedanken die tiefer gehen, als ich es für gewöhnlich hier präsentiere.
Andererseits. Bin ich auch nur ein Mensch.
Ja. Es ist mir jetzt egal, wenn man sehen kann, dass ich auch nur ein Mensch bin.
Ja. Es ist mir jetzt egal, wenn meine verletzliche Seite zum Vorschein kommt.
Ja. Es ist mir jetzt egal, wenn das hier jemand liest, der das vielleicht besser nicht lesen sollte.
Vor einer Weile habe ich einmal die Frage in den Raum gestellt, was ihr davon haltet, wenn man mal seine Gedanken und Gefühle rauslässt. Und heute... Heute ist es mal soweit.
Ich lasse mal meine Gedanken und Gefühle raus. Wen das nicht interessiert: Ich bin euch nicht böse, wenn ihr jetzt wieder abschaltet. Ich kann euch auch verstehen. Viele wollen sich aufmuntern und ablenken und nicht noch mehr Emotionsgedöns hören.
Ich wünsche euch an dieser Stelle einen schönen Tag und einen Korb mit niedlichen Katzenbabys.
Diejenigen die weiterlesen möchten, möchte ich zuerst versichern, dass es mir im allgemeinen sehr gut geht. Ich bin glücklich und zufrieden mit meinem Leben. Es ist vielleicht manchmal etwas anstrengend, aber so ist das nunmal mit einem pädagogischen Studium und wenn man sich in einer fremden Stadt eine Homebase aufbaut.
Ich bin ein vielschichtiger Mensch und wie viele andere auch kann ich zwar allgemein glücklich sein, aber ein Punkt kann mir trotzdem sehr weh tun. Und darum geht es jetzt.
Wer meinem Blog schon länger treu ist, der wird sich vielleicht noch daran erinnern können, dass ich vor gut einem halben Jahr den Versuch gewagt hatte mit meinem damaligen Freund zusammen zu ziehen. Der Versuch scheiterte und kurz danach die Beziehung.
Es war eine intensive Beziehung und ein dramatisches Ende. Nichts von wegen "Pflaster abreißen und gut ist". Ich habe lange mit mir gerungen ob ich die Beziehung beenden soll und habe es dann schlußendlich getan. Und es hat im ersten Moment fast genauso weh getan wie die Beziehung weiter zu führen.
Es sind soviele bösen wie bitteren Worte gefallen wie "Ich werde dir das niemals verzeihen" - ein Satz der mir persönlich auch jetzt noch einen Stich versetzt, aber auch Sätze wie "Ich liebe dich immernoch und es wird nicht so schnell passieren, das jemand anderes in mein Leben treten wird".
Irgendwann kam das Stadium der Erleichterung, der Schmerz ließ nach und ich war mir sicher, dass das die richtige Entscheidung war. Und das bin ich mir heute auch noch.
Ich glaube nicht, das wir beide auf Dauer funktioniert hätten.
Was nicht heißt, dass ich diesen Menschen nicht geliebt habe oder das er mir jetzt egal ist und er mich jetzt kalt lässt.
Ich dachte es lässt mich kalt, aber da hatte ich mich doch sehr getäuscht.
Das Beziehungsaus zog einen langen Rattenschwanz an Streiterein hinter sich her.
Wir hatten und haben kaum Kontakt und wenn, dann giften wir uns nur an. Und das tut mir weh. Denn dieser Mensch war einmal ein riesengroßer Teil von mir und er ist mir wie gesagt immernoch wichtig. Aber er stößt mich von sich weg. Das kann ich auch verstehen, muss es akzeptieren, schließlich bin ich ja diejenige, die den Schlussstrich gezogen hat und ihm "zuerst wehgetan" hat.
Immer mal wieder habe ich versucht ihm die Hand zu reichen, versucht ein normales Verhältnis aufzubauen und biss auf Granit.
Und mir fiel es immer schwerer einen neuen Versuch zu wagen.
Als ich dann jedoch mein Aufräumen über alte Erinnerungen gestolpert bin, habe ich all meinen Mut zusammengenommen und einen neuen Versuch gestartet.
Ich muss zugeben ich bin ein unglaublich sturer und stolzer Mensch manchmal. So fällt es mir unendlich schwer nachzugeben, einen Schritt auf jemanden zuzumachen, vor allem in so einer Situation.
Wie gesagt. Ich habe einen erneuten Versuch gestartet.
Ich habe versucht so ruhig und klar in einer relativ kurzen Nachricht meine Gedanken zusammenzufassen.
Zu sagen, dass es mir leid und wehtut, dass wir uns nur noch so begegnen können. Das er mir immernoch wichtig ist und das ich es so gern versuchen würde zumindestens ein annähernd menschliches Verhältnis zueinander aufzubauen.
So ein Act fühlt sich für mich innerlich irgendwo an, als ob ich schwach wäre und auch, als ob ich meinen Kopf in das Maul des Löwen stecke im Vertrauen darauf, dass er nicht zubeißt. Ich hab quasi jegliche Schutzmauer runtergelassen um ihm die Hand zu reichen.
Allein das gab mir schon nen flauen Magen.
Aber in solchen Momenten habe ich immer unheimliches "Glück" und es kommt noch schlimmer.
Du willst ja mit deinem Gegenüber wieder in Näheren Kontakt treten und schaust dich ein wenig um, was in der Zwischenzeit in seinem Leben passiert ist und da siehst du es: "........ und seine Freundin!".
Vier Worte, die den stärksten Boxer ausknocken würden.
Ich meine. Es ist nicht so, dass ich ihn wiederhaben will. Es ist nicht so, dass ich eifersüchtig bin, weil er ne neue Beziehung hat und ich nicht. Es ist nicht so, dass ich es ihm nicht glücklich und vergeben zu sein. Nein im Gegenteil. Ich wünsche ihm wirklich so sehr, dass es ihm gut geht. Ich bin kein nachtragender Mensch in dem Sinne. Wenn ich könnte würde ich versuchen jeden (seelisch) zu retten, den ich kennenlerne.
Aber dennoch tut es mir weh. Weil ich so schnell ersetzt wurde. Weil es sich so anfühlt, als hätten diese Gefühle niemals Bedeutung gehabt, als hätte er niemals so gefühlt, wie er behauptet hat.
Als. Ach ich kann es eigentlich gar nicht so beschreiben.
Und auf der anderen Seite fühle ich mich schlecht, weil ich so empfinde. Ich habe doch am allerwenigsten das Recht mich jetzt verletzt zu fühlen, weil ich ja diejenige war, die Schluss gemacht hat, oder nicht?
Es ist eine von diesen Situationen,in denen du nicht weißt was tun, in denen du dich ohnmächtig fühlst, in denen du das Gefühl hast gleich kotzen zu müssen.
Eben so ein ekliges Gefühl in der Magengegend...
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
Byrdie